ePass - der neue biometrische Reisepass
5. Vorbehalte gegen den ePass
Die London School of Economics & Political Science hat in [LSE
2005] die Effizienz von biometrischen Ausweisdokumenten unter-
sucht. Ergebnis der Studie ist, dass die Einführung der biometrischen
Ausweise vermutlich wirksam gegen illegale Einwanderer und Ter-
roristen sein wird, diese Ziele aber auch mit weniger Aufwand er-
reicht werden können [LSE 2005 S.3]. Zudem wird die mangelnde
Zuverlässigkeit von Biometrischen Systemen kritisiert. Die Britische
Regierung widerspricht dieser Studie jedoch ausdrücklich in [UK
2005]. Zudem kann die Studie nicht direkt auf Deutschland übertra-
gen werden. Sie beschäftigt sich mit der Einführung von biometri-
schen Personalausweisen und nicht mit Reisepässen wobei die Ziele
vergleichbar sind.
Da in Deutschland die Kosten unklar sind, ist folglich auch keine
Kosten-Nutzen-Analyse möglich gewesen. Eine Abschätzung, in-
wieweit der Nutzen die Kosten rechtfertigt oder inwieweit die ver-
folgten Ziele (vgl. Kapitel
3.3) auf anderem Wege, beispielsweise
durch eine Verstärkung der Grenzkontrollen, hätte erreicht werden
können, liegt nicht vor.
Ab 2007, wenn neben dem Gesichtsbild die Fingerabdrücke erfasst
werden, ist mit einer weiteren Preissteigerung zu rechnen (vgl. Kapi-
tel 3.4).
5.6.3 Vorschnelle Einführung
Weitere Kritik trifft laut Datenschutzbeauftragten des Bundes und
der Länder die vorschnelle Einführung des ePasses [BDS 2005]. So
seien die Voraussetzungen für einen reibungslosen Ablauf noch nicht
in ausreichendem Maße gegeben. Der Bundesrat moniert in seiner